Mittleres Reich in der Geschichte von Ägypten
Die Zeit des Mittleren Reiches ist geprägt durch die zunehmende Expansion Ägyptens: zu Zeiten der 11. Dynastie bis nach Nubien, später, während der 12. Dynastie auch bis nach Palästina. Die eroberten Gebiete wurden systematisch mit Festungen gesichert – doch auch in Ägypten selbst wurde viel verändert, so kamen in der Mittleren Dynastie Literatur und Kunst zu einer Blütezeit, und auch die Vorliebe der Pharaonen für Bauwerke war in dieser Zeit präsent, wurden doch an vielen wichtigen Tempeln während der 12. Dynastie gebaut oder weitergebaut. Auch wurden viele kleinere Tempel, welche oft auf Lehmziegeln erbaut waren durch stabilere Exemplare aus Stein ersetzt.
Über viele der späteren Herrscher der 12. Dynastie ist wenig bekannt, doch wurden die Eroberungsfeldzüge fortgeführt, reichten bis nach Asien hinein, und auch Nubien war immer wieder Ziel der Expansionsbestrebungen der Pharaonen. Insgesamt wurde das Land auch mehr und mehr zentralisiert, die Macht der verschiedenen Fürsten immer weiter eingeschränkt, womit die Pharaonen wohl ihre Macht zu sichern versuchten, um nicht das gleiche Schicksal zu erleiden wie die Pharaonen des Alten Reiches. Auch wandelte sich in dieser Zeit offenbar das Herrscherbild, dass die Pharaonen von sich selbst hatten: Wurde in der Zeit davor der Pharao immer als junger, idealisierter König dargestellt, wollten die späteren Pharaonen der 12. und später auch 13. Dynastie sich als lebenserfahrene, gestandene Männer dargestellt wissen. Doch auch das Mittlere Reich ging unter, wobei wohl vor allem durch Thronstreitigkeiten, aber auch durch die Bedrohung der Hyksos von außen eingeleitet wurde.